Geschichten zum Obst

 

Russischer Zarenhof freute sich über Obst aus Mecklenburg

 

1729 unternahm der Schiffer Rohde aus der Hansestadt Rostock als erster Mecklenburger eine Obstfahrt zum Petersburger Zarenhof nach Russland. Von diesem Zeitpunkt an gehörte frisches Obst zu den wichtigsten Exportgütern Mecklenburg-Vorpommerns. Äpfel, Birnen und Pflaumen fanden über den Seeweg in die damalige russische Hauptstadt. Gefragt waren vorrangig Obstsorten, die sich lange hielten. Das Obst wurde noch unreif gepflückt und in stabile Holzkisten verpackt. Trotzdem kam es vor, dass die halbe, schon verdorbene Ladung über Bord geworfen werden musste. Und trotzdem war es für die Kaufleute aus der Hansestadt über Jahre ein lukratives Geschäft. 1830 etwa fuhren die letzten reinen Obstschiffe nach Petersburg. Steigende Kosten ließen die Gewinne schrumpfen und die lange Überfahrt lohnte sich nicht mehr.

 

Adam und Eva

 

Obst spielt schon in der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments eine tragende Rolle. So isst Eva zusammen mit Adam trotz Gottes Verbot eine Frucht vom „Baum der Erkenntnis“. Beide werden daraufhin aus dem Garten Eden verbannt, weil sie erkannt haben, dass sie nackt sind und sich dadurch schämen sich unbedeckt zu zeigen. Sie gewannen durch die Frucht Erkenntnisse. Ob es eine Feige war oder doch ein Apfel ist bis heute ein Streitthema. Und trotzdem lässt sich festhalten, dass in der ältesten uns bekannten Schrift Obst nicht nur erwähnt, sondern auch eine prägnante Rolle innehatte.

 

Sir Isaac Newton und die Schwerkraft

 

Der Legende nach fiel dem Naturforscher Isaac Newton ein Apfel auf den Kopf, während er an einem Apfelbaum lehnte. Newton fragte sich, warum der Apfel immer senkrecht nach unten fällt und nicht auch zur Seite und warum bleiben Sonne und Mond am Himmel und fallen nicht auf die Erde?

Er erkannte, dass sich Massekörper gegenseitig anziehen, und der Mond durch die Zentrifugalkraft in der Erdumlaufbahn bleibt. Gravitation (Erdanziehung) und Zentrifugalkraft halten sich die Waage. Der Kern dieser Legende: Obst hat eine der bedeutsamsten wissenschaftlichen Erkenntnisse hervorgerufen.

 

Herakles und die goldenen Äpfel der Hesperiden

 

Die Hesperiden, Nymphen in der griechischen Mythologie, hüteten in einem Garten einen Wunderbaum mit goldenen Äpfeln. Diese Äpfel verliehen den Göttern ihre ewige Jugend und waren somit sehr wertvoll. Einzig Herakles (Herkules), der berühmte starke griechische Gott, gelang es durch eine List die Äpfel zu rauben. Er übergab die Äpfel der Göttin Athene, welche die Äpfel wieder in den Garten an ihren Platz legte. Der Apfel erhält in der Mythologie eine lebensspendende Eigenschaft. Das Symbol vom „Baum des Lebens“ lässt sich ebenso in anderen Kulturen finden.