Geschichte

 

Anfänge des Obstanbaus

 

Über China und Mittelasien gelangten die ersten Obstbäume zu den Römern, und von ihnen zu den Klöstern und Adligen in Deutschland. Im Mittelalter entstanden die ersten Obstgärten. Wurde der Obstanbau anfangs vornehmlich in Klöstern betrieben, so gelang das Wissen über den Obstanbau irgendwann auch in die Städte und Dörfer. Vor den Toren von Burgen oder Städten wurden dann auch dort die ersten Obstgärten angelegt und bewirtschaftet. Manche Städte rühmten sich als sogenannte „Gartenstadt“, da die Obstgärten wie ein Gürtel um die Stadt herum angelegt wurden.

 

Wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Obst

 

In der Zeit der französischen Revolution begann dann auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Obstanbau. In dieser Zeit, der „Blütezeit der Obstkultur“, entstanden auch die ersten Gartenbauschulen und Obstbauvereinigungen. Im Zuge der Industrialisierung kam es zu einem großen Bevölkerungswachstum in Deutschland, wodurch sich die Städte nicht mehr ausschließlich selber versorgen konnten. Durch die Erfindung eines Mineraldüngers konnten Anbauflächen für Obst ausgeweitet werden, jährlichen Ernten wuchsen und das Obst konnte über längere Strecken transportiert werden. Mit Obst konnte nun deutschlandweiter Handel betrieben werden. Der gewerbliche Obstbau entstand.

 

Entstehung von Streuobstwiesen

 

Mit dem gewerblichen Obstanbau begann dann auch der Aufschwung der Streuobstwiesen. Bauern hatten im 19. Jahrhundert nicht sehr viel Anbaufläche und damit diese Fläche nicht vollständig für die Obstbäume verwendet wurde, pflanzten die Bauern die Bäume auf der Wiese locker verteilt oder entlang von Wegen. Die Wiesen konnten somit weiter beweidet oder aber als Ackerlandschaft verwendet werden. Der Streuobstanbau erfuhr im 19. und 20. Jahrhundert auch gleichzeitig seinen Höhepunkt.

 

Rückgang der Streuobstwiesen

 

Durch industrielle Produktionsmethoden entstand langsam aber stetig ein Rückgang der Streuobstwiesen. Die Nachfrage nach vielfältigen Obstsorten verschwand und es wurden weniger Sorten und größere Erntemengen gefordert. Das äußere Erscheinungsbild der Früchte wurde wichtiger als die Qualität, so dass die einheimischen Produkte mit ausländischen Importen nicht mehr mithalten konnten. 1953 beschloss das Bundesernährungsministerium eine Rodungsprämie für Obstbäume. Dadurch wurden etwa 60-80 Prozent der Streuobstflächen vernichtet. Heute lassen sich leider nur noch vereinzelt große Streuobstflächen in ganz Deutschland finden.